Thailand (Febr./März 2008)
In einer abwechslungsreichen Tagesreise geht es von Sihanoukville (Kambodscha) zur thailändischen Insel Koh Chang.
Die ca. 200 km bestens ausgebaute Strasse durch dichten Regenwald bis zur Grenze war vor einigen Jahren noch eine besserer Feldweg voller Schlaglöcher und deshalb wird in älteren Reiseführern über eine beschwerliche Route berichtet. Heute kommt man zügig voran, doch da die Brücken noch nicht fertig sind, muss man insgesamt 5 Mal eine Fähre benutzen und in einen neuen Bus einsteigen.

Auf der Fähre über den Fluss in den nächsten Bus.
Wovon wohl die Fährleute, Kaufladen- und Imbissbudenbesitzer leben, wenn die Brücken fertig sind. Dann ist hier nichts mehr los.
Die Aus- und Einreise nach Thailand verläuft problemlos. Erstmals auf der ganzen Reise benötigen wir kein Visum, sondern bekommen ohne Gebühr eine 30 Tage Aufenthaltserlaubnis in den Pass gestempelt.
Und weiter geht’s wieder in einem anderen Bus - aber jetzt bei Linksverkehr - bis zur Anlegestelle der Fähre auf die Insel Ko Chang. Die einstündige Bootsfahrt bei Sonnenuntergang ist ein Genuss. Den krönenden Abschluss dieser Tagestour bietet die Fahrt auf der Ladefläche des Tuc-Tuc auf steiler kurvenreicher Strecke von einem Traumstrand zum nächsten, bis wir bei Dunkelheit „unsere Bucht“ am Kae Bae Beach erreichen. Die nächsten drei Wochen werden wir uns in einem einfachen Bungalow hier sauwohl fühlen.
An den Strassen, Häusern, der Fähranlage und auch in unserer Hütte zeigt sich, dass Thailand deutlich entwickelter ist als die vorher besuchten Länder. Die sanitären Einrichtungen funktionieren (seit 8 Monaten der erste feste Toilettensitz!!), die elektrischen Leitungen sind vorschriftsmäßig verlegt und alles ist gerade und stabil.
Wir genießen, dass es hier nur Sandstrand, Palmen und ein bisschen Touristenrummel im Straßendorf gibt und essen mit Genuss endlich mal wieder (teures!) Schwarzbrot vom Münchner Bäcker, der vergangenes Jahr seinen Laden eröffnet hat.
Für Beschäftigung ist gesorgt: Es wird an unseren Bücherprojekten gearbeitet, wir machen einem Thai-Kochkurs, wandern zu den Nachbarstränden, paddeln zur gegenüberliegenden „Robinsoninsel“ und bei Sonnenuntergang steht Tai Chi an.

Von unseren Bungalow-”Nachbarn” (meist Langzeiturlauber) imponierte uns insbesondere der Italiener Mambo, dessen ganzer!! Körper mit Tatoos bedeckt ist.
Ko Chang bietet, wie wohl alle entwickelten Touristeninseln in Thailand, von einfachen Bugalowanlagen bis zu den Superluxusresorts, von der Strassenküche bis zum Gourmetrestaurant; von der Dschungelbar bis zum Nightclub alles, was der Tourist meint zu brauchen oder eben nicht braucht. Und wer sind die Kunden? Meist Europäer und viele Russen. Aber durchaus auch Thailänder; spätestens am Abend hört man am Karaoke Gegröle, wo eine asiatischen Gruppe eingezogen ist. Das ist dann zumindest für musikalische Ohren eine Zumutung.
Nach drei Wochen verlassen wir wehmütig unser „zu Hause“ in Richtung Bangkok.

Unser Bungalow am Kae-Bae-Beach und nur einer der vielen Strände auf der Insel Ko Chang
Der berühmt berüchtigte Urlaubsort Pattaya liegt da auf dem Weg. Pattaya ist eine Stadt mit ansehnlichen Stränden, reichlich Hotels und Wohnanlagen. Berüchtigt sind die unzähligen Girlie-Bars, die auf ausländische Kundschaft warten. Konzentriert sind die Souvenirläden, Restaurants und Bars auf der „walking street“, ein 1 km langer Promenadenabschnitt, der abends für den rollenden Verkehr - aber offensichtlich nicht für den liegenden Verkehr - gesperrt ist. Hier muss ich die Erzählung von einem Malayschen Studenten aus offensichtlich wohlhabender Familie los werden, der auf seiner Auslandsreise nach Thailand in Pattaya was erleben wollte und sehr enttäuscht war, da er von all den hübschen jungen Damen nicht animiert wurde, da die nur nach reichen Europäern Ausschau halten.
Pattaya - “Walking Street” - unzählige Boys, Ladyboys und Girls warten.
Bangkok
Der typische „Backpacker“ wohnt in der 8-Millionenstadt nahe der „ Kaosan Road“. Das Gebiet in und um diese Strasse besteht überwiegend aus Guesthäusern, Restaurants, Bars, Reisebüros und Souvenir- und Massageshops. Das Angebot an Waren verdoppelt sich abends, wenn Hunderte Strassenhändler ihre Buden aufstellen.
Wir hatten uns vorgenommen, in der traditionellen Massageschule in der Wat Pho Tempelanlage die klassische Thai-Massage zu lernen. Der Tempel wie auch unsere Unterkunft liegen an einer Hauptverkehrsader der Stadt, dem Chao Phraya Fluss. So genießen wir jeden Morgen bei erfrischender Briese die Fahrt zur Schule mit dem Boot des River Express. Und am späten Nachmittag nach dem Unterricht ist noch gut Zeit für Sightseeing.

Bangkok - der Königspalast und eine Ansicht der modernen Großstadt

Der größte liegende Buddha (45m lang) und die Energielinientafeln im Wat-Pho-Tempel
Nach fünf Tagen harter Arbeit - eine volle Massage dauert ca.1,5 Stunden, es werden alle Energielinien (diese kann man im benachbarten Wat Pho-Tempel bestaunen) des Körpers bearbeitet - gab es eine strenge Abschlussprüfung.

Gruppenfoto; drei Japaner, Nino der Italiener und wir zwei Senioren mit Massage-Diplom
Inselhopping
Der Ablauf unserer 30 Tage Aufenthaltserlaubnis zwingt uns, in ein benachbartes Land auszureisen; also entscheiden wir uns für einen Billigflug auf die Insel Penang in Malaysia.
Es ist der 8. Februar und gestern war Neujahr der Chinesen. Da in Penang viele Chinesen leben und noch dazu das Wochenende bevorstand, ging es an den Stränden zwischen der Hauptstadt Georgetown und Battu-Ferringhi zu wie an der Adria: Menschenmassen, lärmende Motorboote mit Paraglidern im Schlepptau, dazwischen düsen die nervigen „Stehpinkler“ und - alle Zimmer ausgebucht. Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ ein islamischer Malaye in Badehose mit seiner vollkommen verhüllten Frau, die gerade eine Schwimmweste anzogen, um mit dem “Stehpinkler” loszurasen.
In dem von den Briten gegründeten Georgtown besteht die Altstadt noch vorwiegend aus netten 2-stöckigen Kolonialbauten. Die stattliche moderne Moschee (in Malaysia sind ca. 90% Moslems), die so unterschiedlichen Tempel der Inder, der Chinesen und der Buddhisten in friedlicher Nachbarschaft der altehrwürdigen St. Georgs Church zeugen von der bewegten Geschichte und der Völkervielfalt der heutigen Bewohner dieser Insel.
Wir schippern auf die Nachbarinsel Langkawi. Hier gibt es Hotelanlagen, die zu den teuersten der Welt gehören; beim Golfspielen wird man auf den Fairways im Regenwald von Affen, an der Lagune von Krokodilen und am Strand von den Krebsen begleitet. Und am Joggingpfad im weitläufigen Palmenhain entlang des schneeweissen breiten Sandstrandes wird man vor der Lebensgefahr durch herabfallende Kokosnüsse abseits des Weges gewarnt.
Wir wohnen preiswert am weißen Traumstrand von Chenang in einem von freundlichen Moslems betriebenem Hostel.
Wir bleiben ein paar Tage an diesem herrlichen Strand auf Langkawi (Malaysia)
Unsere Wiedereinreise nach Thailand erfolgt diesmal auf dem Seeweg mit der Schnellbootfähre von Langkawi nach Kho Lipe, einer kleinen Insel weit draussen auf See.
Den begehrten Stempel zur Berechtigung des 30-tägigen Aufenthalts bekamen wir am Strand, wo unter einem Sonnenschirm eine provisorische saisonale Zollstation eingerichtet ist. Wir flüchten schnell, denn Ko Lipe quillt von Touristen über. Dagegen genießen wir auf der nächsten Insel, Kho Tarotao, traumhafte, kilometerlange menschenleere Strände. Abends kommen die Affen an den Strand, um Krebse zu fangen.
Ko Tarutao - kilometerlange einsamste Strände
In den nächsten 14 Tagen besuchen wir die wohl bekannteste Inselwelt der Andaman See zwischen den Provinzen Krabi und Phuket. In Krabi treffen wir uns mit dem Andi und gemeinsam erkunden wir den Raley Beach mit seinen schönen Stränden - die steil abfallenden Kalk-Klippen bieten nicht nur ein einzigartiges Panorama, sie sind auch ein weltbekanntes Klettereldorado.

Ludwig und Andi am Kletterparadies des Raley-Beach
Koh Phi Phi Don - von hier sind wir postwendend wegen des Touristenrummels geflüchtet, nicht ohne auf der felsenburgähnlichen Nachbarinsel Koh Phi Phi Ley mit den fantastisch bunten Fischen zu schnorcheln.

Die Insel Koh Lanta Yai ist relativ beschaulich, aber das benachbarte Koh Jum hat uns viel besser gefallen - wenige Resorts (u.a. auch sehr günstige), herrliche Strände.

Von dem Städtchen Phang Nga aus fährt man durch riesige Mangrovensümpfe auf das James Bond Island, wo 1967 der Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ gedreht wurde.
Das James Bond Island - nur einer von 1000 Felsenklippen in der Andaman See
Das benachbarte Fischerdorf Koh Pannee ist von Moslems bewohnt, deren Stelzenhäuser kleben an einer Felseninsel. Hier übernachten wir und fahren mit dem Boot am nächsten Morgen auf die nahe Insel Koh Yao Noi mit ihren herrlichen Stränden und Ausblicken auf die vielen steil aufragenden Meeresklippen. Übrigens, man sieht kaum mehr Tsunamischäden; einzig die Hinweisschilder, wohin man sich im Falle eines Tsunamis retten kann, erinnern an die Katastrophe vom 26.12.2005.

Mit der Fähre geht’s nach Phuket, von wo wir noch am selben Tag über Bangkok in den Norden Thailands nach Chang Mai fliegen. Chang Mai liegt zwar nur etwas über 300m über dem Meeresspiegel; doch der Hausberg vor den Toren der Stadt misst immerhin knapp 1700m und der höchste Berg Thailands mit 2590m ist auch nicht weit weg.
Zur Vervollständigung unserer Kenntnisse in traditioneller Thai-Massage absolvieren wir hier noch einen 2 Tages Kurs in Fussmassage. Es ist schon interessant zu erfahren und selbst zu testen, wie zielsicher so manches Zipperlein an den entsprechenden Reflexpunkten am Fuß zu orten ist.

An unserem „freien“ Tag spielen wir eine Runde auf dem Royal Chang Mai Golfplatzt. Rundum weiß und pink blühende Bäume und auf der Hügelkuppe ein Tempel; wie im Bilderbuch. Ein Foto von den riesigen Blättern des Teak-Baumes, der hier in Plantagen angebaut wird, soll nicht fehlen.

Während Susanne einen Ausflug in das Bergdorf Pai macht, um die legendäre Musikszene dieses Dorfes kennen zu lernen, fahre ich zum „Extreme Center“, wo ich mir einen schon lang gehegten Wunsch erfülle - einem Bungysprung von einem 50m hohen Gerüst. Von unten sieht das gar nicht so hoch aus; aber oben angekommen kostete mich der Sprung doch einige Überwindung.
Am berühmten Night-Market von Chang Mai können wir endlich einkaufen, da es ja in einer Woche nach Hause geht.
Auf dem Wege nach Bangkok machen wir noch in der alten Königsstadt Ajuthaya halt; im 15. Jahrhundert nach dem Untergang des Khmerreiches eine der bedeutendsten Städte Asiens. London war zu dieser Zeit vergleichsweise ein Dorf. Die Portugiesen, Holländer, Engländer Dänen und Franzosen unterhielten damals schon Botschaften in dieser ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Siam. 400 Jahre später eroberten die benachbarten Burmesen die Stadt und machten sie dem Erdboden gleich. Nur die zahlreichen Tempelanlagen überstanden halbwegs die Verwüstung.


Im 18. Jh. erstarkte das siamesische Königreich wieder mit der neuen Hauptstadt Thonburi; das heutige Bangkok. Vor rd. 70 Jahren wurde das Königreich Siam in Thailand umbenannt. Trotz oder gerade wegen der innerpolitischen Wirren seit dieser Zeit hat das Land nach wie vor einen König, was uns in den zwei Monaten Aufenthalt in diesem besonders gastfreundlichen Land auf Schritt und Tritt vor Augen geführt wurde: Denn wirklich überall, ob an öffentlichen oder privaten Einrichtungen, war aus Anlass des 8o. Geburtstages seine Majestät König Bhumipol in allen Lebenslagen in endsprechend geschmückter Aufmachung abgebildet.
Dieser König muss äußerst beliebt sein, denn diese Ehrerbietung war offensichtlich und merklich echt und nicht von „oben“ aufgezwungen, dies gilt auch seiner kürzlich verstorbenen Schwester.

Die kürzlich verstorbene Schwester des Königs
Am 14. März flogen wir nach 10 Monaten Reise heim, um Vater Blasy’s 95. Geburtstag zu feiern und um ein bißchen Ski zu fahren.
Wir möchten keinen Tag dieser Reise missen und freuen uns schon auf deren Fortsetzung Ende Mai. (”Unverbindliche” Reiseplanung: Es soll nach Syrien, Jordanien, Pakistan (Karakorum Highway), Tibet (??), Japan und auf die Phillipienen gehen.)
Bye-Bye


April 21st, 2008 at 8:35 pm
Hallo Susanne,
Ich habe die Bilder und den Bericht ueber Thailand wieder sehr interessant gefunden. Jetzt freue ich mich schon auf Euren naechsten Bericht von den Reisen, die Ihr Ende Mai vor habt - ueberhaupt, wie es Euch in Petra gefallen wird. Vielleicht koennen wir uns doch mal wiedersehen bei Christel in Augsburg. Allerdings dieses Jahr werde ich wahrscheinlich nicht mehr ueber den grossen Teich kommen - obwohl genau wissen kann man es nie.
Bei uns ist endlich das Fruehjahr eingekehrt, und der scheussliche lange Winter scheint vorbei zu sein.
Viele Gruesse, Ingrid
July 14th, 2008 at 1:23 am
euer reisebericht lässt das fernweh wieder erwachen…