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2008: news Slowakei/Ukraine 1.0

Tag zusammen

Bin gerade in Odessa, schwarzes Meer – Ukraine.
Bin noch keine 2 Wochen alleine unterwegs.
Seit den Schulferien war ich erstemal in Europa unterwegs deswegen erst Start vor 12 Tagen.

Zu Wien sag ich mal fast nix, ich finds da sehr nett.

Bratislava putzt sich maechtig heraus – wie die ganze Slowakei – sehr empfehlenswert – ab 1.1. 09 hat das Land den Euro – wusst ich gar nicht.
Europaeische Gelder warden fleissig verbrutzelt – z.B. in ıinfrastruktur – man siehts und es ist toll und lohnt sich.
Das Land hat schoene Berge (Hohe Tatra) und Mittelgebirge zum Wandern -  und alte Staedtchen. Vor 1 Jahr war ich da schon mal da – war echt toll – und ist auch noch echt. billig.

In der oestlichsten GrossStadt  (Kosice glaube ich) in der ich vor 1 Jahr umdrehte gings diesmal weiter.

Das Grenzstaedtchen zur Ukraine – ich liebe Grenzstaedte – war ein ziemlich heruntergekommenes Nest – offensichtlich spielt die Grenze fuer die Slowaken keine Rolle. Der Zug und das Grenzprocedere waren abenteuerlich – ich wurde eingehend untersucht – diesen Landweg nimmt quasi niemand – ich war der einzige Auslaender – und nur 2 Omis mit Enkeln waren noch im Zug.
Die erste Stadt in der Ukraine war schon toller – Prachtsovietarchitektur – aber draussen staubiger und Rauch in der Luft– der Geruch – ich liebe ihn -  erinnerte mich an Indien – zum schwelgen
Das Sonntag war – in der Slowakei war fast alles zu – hier fast alles auf – Geld verdienen hat hier keine pause.
Fuer die Ukrainer war die Stadt wohl etwas wichtiger als fuer die Slowaken ihre Grenzstadt. Mal sehn was in 15 Jahren da ist – sie wollen ja in die EU.

Einiges aendete sich: Seitdem kann ich nichts (NICHTS) mehr lesen – ob hier oder in der Hauptstadt – alle Schrift ist kyrillisch – das heisst man ist voellig aufgeschmissen. Gluecklicherweise hatte ich mal 6 Monate russisch in der Schule und die Mathe-griechischen Zeichen sind a bissle aehnlich (fuer was ein Mathestudium nicht alles taugt, …) – so kann ich manchmal sehr langsam weniges entziffern. Aber heftig bleibt: nichts ist wirklich lesbar – und keiner hat interesse – egal wo – fuer touristen etwas in englisch oder einer anderen sprache zu schreiben. Da ist der iran deutlich tourismusfreundlicher.

Und nicht nur das schriftbild: in keiner stadt haengen stadtplaene, es gibt keine (keine) informationsbueros – selbst in der hauptstadt nicht (!) und quasi niemand spricht irgendeine europaeische Sprache. Ich habe mich noch nie so schlecht verstaendigen koennen – und ich war schon in manchen laendern.
In Kiev habe ich eine 20 koepfige Gruppe von 16 jaehrigen Schuelern angesprochen – einer hat mit auf englisch antworten koennen (wollen). Bisher bin ich gewohnt (oder gelitten), dass die Leute, die engl. koennen eher Gelegenheit suchen zu sprechen – aber hier nicht.

Die menschen sind auch null neugierig – sie sind alle mit ihren Dingen beschaeftigt (sehr europaeisch!!) – wenn du versuchst informationenn  ueber den weg, einen bus, oder aehnliches zu erfahren – wenn sie merken, dass du ihre sprache nicht sprichst drehen viele dir die kalte Schulter zu – ohne es mit haenden und fuessen zu versuchen – was ja auch geht – oder sich freundlich #anzuluegen# und in irgendeine richtung zu zeigen – wie in indien …

Natuerlich gibt es auch in der hauptstadt – selbst am bahnhof oder egal wo keine einzige (!) nichtukrainische zeitung (!!) – das war auch heftiger als im iran! Internet gibts immerhin gelegentlich und inzwischen habe ich eine Art englsprachige businesszeitung gefunden, die in teueren hotels ausliegt fuer die nichtukrainischen geschaeftsleute – immerhin, …
Nicht dass es keine europaeischen magazine gaebe – mens health, playboy, national geografic, geo, pc zeitungen alles da – nur leider alles in kyrillisch (was beim  ) playboy vllt. nicht so schlimm ist , …

Also – man muesste einen guten fuehrer haben, oder mit nem local unterwegs sein oder die sprache koennen – und alles waere toll - sonst ist es recht muehselig.
Inzwischen habe ich mich daran gewoehnt und mich versoehnt – es ist auch sehr nett, in ruhe gelassen zu werden – und - in hotels und touribars sprechen sie schon etwas englisch – rudimentaer zwar - aber es geht - sie muessen dir sozusagen helfen.

Was sich aenderte ausserlich: Hier ist doch deutlich mehr verfallen – in Odessa gibts ein paar heile und huebsche inseln und strassen innerhalb der stadt – in den anderen staedten begrenzt auch – aber hier wird auch gerade viel getan – die ukraine richtet mit polen fussball EM 2012 aus.

Die menschen sehen auch nicht viel anders aus wie in oesterreich – viele blonde menschen – kein unterschied zu uns.

Aber – die kleidung ist ganz anders – ganz viele schwarze lederjacken (man kennst von unseren russischen #enklaven#) auch jeansjacken, was ich bei uns lange nicht mehr gesehen habe. schulter oder zumindest nackenlange haare keine seltenheit  ( J ) – oder rasiert eben – auch bekannt von #unseren# russen.
Dunkel ist sowieso in – das gegenteil von norwegen wo ich davor war (da wars superbunt)
– auch die scheiben der meisten autos sind undurchsichtig getoent – mafia laesst gruessen – aber scheint auch einfach stil zu sein. Die autos sind meist moeglichst fett und neu und schwarz – oder eben so trabi-wartburg maessig - in der stadt aber eher fettbenzig.

Die nachtzuege waren cool – darin hab ich 3 mal uebernachtet – mit teppichen und sehr russisch transsib maessig – echt #stilisch# und billig. In den bahnhoefen welche riesig und prachtvoll sind – kronleuchter mit 10 m durchmesser, vergoldeter – schnickschnack – es hat geniale wartehallen mit eintritt - mit schweren dunkelrotbraunledersofas und so. Sehr bequem.

Ausserhalb schon Anzeichen von Armut – viele Omis die sich ihre nichtwirklichvorhandene Rente aufbessern indem sie Kleinigkeiten aus ihren Gaerten verchecken - oder an Haltestellen der Zuege stehen – mitten in der Nacht – und Bierflaschen verkaufen – Vier haben sie dabei, …- gewinn pro flasche 1/14 euro.
Ueberhaupt wird mehr auf der strasse verkauft – viele minihaendler die nur ganz wenig verkaufen – sehr praktisch bedarfsgerecht (!! Wirklich) – z.b. blumen um 23:00 wenns darum geht die maedels #rumzukriegen# – war nett zu beobachten.

Auch plastikflaschen wurden z.b. verkauft (alte wasserflaschen) bevor man an den oelhaendlerstand kommt.
Nett sind hier auf jeden fall die vielen jungen Paare – mit sich in der oeffentlichkeit zeigen ist es voellig entspannt hier (das wird sich bald aendern, wenn ich weiter gegen Osten komme).

Banken hats in Huelle und Fuelle – und alle 50 m Wechselstuben – bei einer inflation von 15% wechselt jeder SOFORT sein Geld in dollar, euro oder rubel. Auch so stehen als geldwechsler herum mit unglaublichen geldstapeln (meine gesamte reisekasse in der hand, …).
Nebem geldwechslern alle 50 m hat es unglaublich viele arbeitsplaetzchen – jedes hotelstockwerk 3, jede rolltreppe 1, jedes geschaeft 3 leute plus wachmann – in einer art aldi ca. 25 leute – also verteilt alle 5 meter jemand der steht, raeumt oder flirtet. Und geputzt wird staendig – in einem kleinen Mc donalds, von dem es in den grossen staedten wenige gibt – waren 7 putzfrauen beschaeftigt – jede stelle des bodens kam alle 2 minuten dran = total sinnlos – aber sauber – die schwaben duerften begeister sein.

Geschaefte hier sind auch seltsam prozentual verteilt – Handys und Schmuck sind die Favoriten -  hier hat auch jeder mindestens eins – sie sind absolut auf dem Stand der Technik– auch wlan und sonstige technik ist auf dem stand (hier in Odessa) – habe  hier meine stolzen 2700mAh Akkus auch gefunden – zum quasigleichen Preis wie beim dm in Karlsruhe.

Neben Fachgeschaeften, welche immernoch deutlich die Mehrzahl ausmachen wuchern die ersten HochglanzMalls mit v.a. Klamottengeschaeften wie bei uns heran.

Nescafe nestle hat dem Kaffemarkt erobert – Pulver ist Standart auf den Strassen – Verkaeufer haben Thermoskannen mit heissem Wasser und Pulver bei. Zu Essen gibts bei denenn  Fritiertes – suesses al la Berliner – aber auch Salziges – z.B. sozusagen mit Kartollelbrei oder Reis oder Huehnchen gefuellte Berliner .

Es gibt hier eh einige unglaublich reiche. Man siehts an den extremen dunkelledermaennern, die zum lichen in den keller gehen, mit ihren unglaublichen frauen, goldbehangen, voellig verschminkt, verlederttmit 14 cm stoeckelschuhen. Die stoeckelschue sind hier auch in etwa 25% der frauen stolpern hier – in meinen augen – unsexy durch die landschaft.

Public Transport ist geschenkt – 1/14 euro – metro oder bus – alles gleich.

Zum Staat – das ist ja gerade politischer buergerkrieg – 2 ehemalige alliierte (orangene revolution gabs nur in den medien im westen) schlachten sich. Naja. Stagnation fuer das land – keine politische sicherheit. Corruption und mafioese strukturen beherrschen das geschaeft.
Immerhin ist die presse wohl recht frei – teilweise – so italienmaessig – gerade gelesen, dass die ukr. Polizei 69 % aufklaerungsquote hat – wir haben 50. und woran liegts? Naja – nach 1 woche Haft mit Pruegel gesteht du eben fast alles – auch Dinge die Du offensichtlich nicht getan hast, fuer dies aber nen Schuldigen braucht, … - aua.
Hier moechte ich nicht die die Faenge der Executive geraten – zumindest nicht als Ukrainer.

Die Ukraine belegt Platz 140 von 150 was die Sicherheit fuer auslaendische Investoren angeht. Sind sie erfolgreich, bekommen sie Besuch und sind entweder gleich im Krankenhaus und spaeter oder einfach gleich ihr unternehmen und ihr geld los – die lokalen behoerden oder der locale wirtschaftsboss schlaegt zu (oder laesst zuschlagen). Es sind 3 exemplarische Verfahren anhaengig – bisher ist zugunsten der auslaender nichts passiert – die verstrickungen in hoechste politik sind zu stark.

So ein kleiner Einblick – mehr nicht, dafuer bin ich viel zu kurz hier und verstehe bestimmt nicht genug.

In Odessa – das ich inzwiuschen etwas liebgewonnen habe und was schon die perfekte Einstiegsstedt fuer die Ukraine ist – habe ich jetzt 3 Tage verbracht und heute abend geht eine 2 taegige Schiffsreise ueber das schwarze Meer nach Istanbul. Dort entscheidet sich – je nachdem obs mit dem visum fuer den iran hinhaut, ob ich weiter in richtung iran reise oder vllt ueber syrien, jordanien in richtung dubai, von wos ja schiffchen in richtung indien geben koennte – mal sehn – am ende eines landes gibts jedenfalls einen bericht – wenn ich etwas lust zum tippen oder zu viel zeit habe.

kleines updade:

am tag der abreise war schoen zu beobachten, wie bei einem netten live-konzert die ukrainer abgingen. sehr nett und cool - nette leute.

genauso im stadtpark die schachspieler - eine weltsprache - schach - bin ich froh, dass ich spielen kann.

also - fazit: ohne russisch/ukrainisch tut man sich hier schwer - aber es ist nach einer gewoehnungsphase sehr nett hier.

Ich hoffe es geht euch allen gut

Lieber Gruss

H.



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